Folgendes Interview ist am Dienstag in der Frankfurter Rundschau und bei Klimareportererschienen:
“Ministerin Reiche will die Gewinne der fossilen Konzerne sichern”
Der EEG-Miterfinder Hans-Josef Fell über die Pläne der Koalition zur Energiewende. Dezentrale, heimische erneuerbare Energien als Lösung in Zeiten von Krisen und Kriegen.
Ein Interview von Joachim Wille
Herr Fell, Sie waren im Jahr 2000 als Grünen-Bundestagsabgeordneter einer der Miterfinder des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG), das der Solar- und der Windenergie zum Durchbruch verholfen hat. Nun arbeitet Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) an einem neuen EEG, das – Zitat – „konsequent auf Bezahlbarkeit, Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit“ ausgerichtet werden soll. Klingt gut. Was halten Sie von den Plänen?
Wenn es Frau Reiche damit ernst meinen würde, dann müsste sie sofort das Ziel 100 Prozent erneuerbare Energien bis spätestens 2035 ausgeben. Mit einem verschleppten Ausbau der Erneuerbaren bis 2045 müssen Bürger und Unternehmen mit insgesamt 320 Milliarden Euro an Mehrkosten rechnen, weil viel zu lange auf die teuren fossilen Energien gesetzt würde.
